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Publikationen
Klappentexte
Rezensionen
"Bessere Bildung mit mehr Musik".
Bericht über Schulversuche mit erweitertem Musikunterricht in Muri bei
Bern. Erziehungsdirektion des Kantons Bern, 1981. Erhältlich bei mir.
"Tanzchuchi". Tanzen in Schule und
Freizeit. Zytglogge-Werkbuch, 1981. 7. Auflage (19. Tausend) 1999.
(Mitautor). CHF 25.-.Erhältlich bei mir.
"Berner Symphonieorchester, intim".
Text zu Fotoband. Bern, Benteli, 1984. Vergriffen.
"Schafft
die Hauptfächer ab!" Bern,
Zytglogge,
1991. ISBN 3-7296-0379-5. CHF 25.- Erhältlich bei mir.
"Musik macht
Schule". Biografie und Ergebnisse eines Schulversuchs mit
erweitertem Musikunterricht. Essen, Die blaue Eule, 1993. (Mitautor,
zusammen mit Maria Spychiger und Jean-Luc Patry). Mit einem Vorwort von
Yehudi Menuhin. Vergriffen.
"Musik macht Schule". Kurzfassung des
obigen Buches. Broschüre, 33 Seiten. 2. Zweite Auflage 1997 mit einem
Vorwort von Maria Spychiger und einem Anhang über die erweiterten
Musikunterricht in der Schweiz nach Abschluss der Schulversuche.
Vergriffen.
Übersetzungen der oben erwähnten Kurzfassung (ohne
Vorwort und Anhang): "Music makes the school" und "La musique
fait école". Die englische Kurzfassung ist bei mir noch gratis erhältlich;
die andern sind vergriffen. Alle können aber hier
eingesehen und heruntergeladen werden.
"Die
vergessene Intelligenz. Die Musik im Kreis der menschlichen
Anlagen". Zürich, Pan. 1999. ISBN 3-907073-57-6. Vergriffen; bei
mir ist eine Fassung in A4 erhältlich zu Fr. 20.-.
"Pisa
und was nun?". Mit altersgemischten Klassen, weniger, aber
betreuten Hausaufgaben, Elternschulung und mit mehr Musik zu einer besseren
Bildung. Muri, ceterum censeo, 2002.
ISBN
3-0344-0166-3. 140 Seiten. CHF 29.-.
"Die
Mitte im Kreis der Intelligenzen ist die Musik". Muri, ceterum
censeo, 2005. ISBN 3-033-00417-2. 114 Seiten. CHF 27.-.
"Vom
Ursprung der Musik, der Sprache, des Menschen". Muri, ceterum
censeo, 2006. 32 Seiten CHF 9.-.
"Gewaltprävention durch
Musikerziehung". Muri, ceterum censeo, 2008.28 Seiten. Fr. 7.-
"Eltern-Kind-Singen".
Muri, ceterum censeo, 2009, 135 Seiten
"Was ist mit
unserem Boden?" Muri, ceterum censeo, 2010, 60 Seiten
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Klappentexte
Schafft die
Hauptfächer ab!
Warum
wirkt Musik so stark auf alle Menschen, und wie wirkt sie? Ist sie eine
Himmelsmacht, wie die Alten vermu‑ teten, werden in ihr die Gesetze
der Schöpfung zu Klängen? Warum empfinden alle Menschen reine Intervalle
als schön? Solchen Fragen wird hier nachgespürt, und es finden sich
erstaunliche Hinweise auf Zusammenhänge zwischen Musik und Mathematik,
Geometrie, Architektur und Malerei.
Interessant
ist die Verarbeitung von Musik im Gehirn. Sie spricht beide Hemisphären an
und fördert so deren Zusammenarbeit. Harmonisches Zusammenwirken der beiden
gleichwertigen, aber verschiedenartigen Hirnhälften, der eher rationalen
linken und der eher intuitiven rechten, wäre heute dringend nötig und
sollte bereits in der Schule geübt werden.
Leider
ist das viel zu wenig der Fall. Unser Schulsystem beruht auf dem Prinzip der
Selektion, und diese wird sehr einseitig gehandhabt, indem ausschliesslich
kognitive und rationale, das heisst linkshemisphärische Kriterien (in den
bisherigen Hauptfächern) zum Zug kommen. Die Folge ist ein einseitiges, einäugiges
Bildungssystem in einer rational und hierarchisch aufgebauten Gesellschaft,
die beide in diesem Zustand den komplexen Anforderungen der Zukunft kaum
gewachsen sein werden.
Soll
also die Selektion abgeschafft werden, oder könnte sie durch Erweiterung um
nichtrationale Kriterien wie musische Qualitäten, Teamfähigkeit, Spielwitz
und vernetztes Denken effizienter gemacht werden, indem so aus einem
breiteren Angebot eine bessere Auswahl getroffen werden könnte? Eine solche
Ausweitung der Selektionsbasis müsste sich wohltuend auf die Schulen
auswirken. So könnten sie endlich zu Tempeln der Musse werden, was sie dem
ursprüng‑ lichen Wortsinn entsprechend sein sollten. Das Büchlein
versteht sich als ein positiver Diskussionsbeitrag zur
700‑Jahr‑Feier der Eidgenossenschaft und schliesst mit einer fröhlichen
Vision einer künftigen Schule ohne Noten‑ und Examenstress.
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Musik macht Schule
Themenstellung: Auf Grund von Erfahrungen
in Ungarn, Deutschland, Österreich und der Schweiz wurde vermutet, dass
durch intensive Beschäftigung mit Musik Konzentrationsfähigkeit, Gedächtnis
und Ausdrucks-fähigkeit gefördert und die Lebensfreude gesteigert wird und
sich dies auf die schulische Motivation und auf die Schulleistungen
auswirkt. Um diese Annahmen zu überprüfen, wurden in den Jahren 1988 bis
1991 in der Schweiz an 50 Klassen wöchentlich fünf Lektionen Singen/Musik
unterrichtet, dafür aber in drei Hauptfächern je eine Lektion gekürzt.
Diese Schulversuche wurden an der Universität Fribourg/Schweiz
wissenschaftlich begleitet.
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Die vergessene Intelligenz
Unsere durch Selektion geprägte Bildungslandschaft beginnt
sich langsam zu verändern. So hat etwa der Intelligenz-Quotient als
massgebendes Kriterium in den letzten Jahren an Glaubwürdigkeit eingebüsst.
An dieser Entwicklung ist auch der amerikanische Forscher Howard Gardner
beteiligt, der in den achtziger Jahren in seinem Buch „Frames of
Mind" (deutsch „Abschied vom IQ") eine neue Intelligenztheorie
vorstellte. Gardner postuliert sieben autonome Bereiche menschlicher
Kompetenzen: Neben der linguistischen, der mathematisch-loischen und der räumlichen
- diese drei sind im IQ enthalten - nennt er zusätzlich die musikalische,
die körperlich-kinästhetische, die intrapersonale und die interpersonale
Intelligenz. Der bisherige Intelligenzbegriff wurde damit wesentlich
erweitert.
Doch kaum hatten die Bildungsfachleute begonnen, sich mit
der Howard'schen Theorie gründlich zu befassen und sie umzusetzen, kam der
Bestseller „Emotionale Intelligenz" von Daniel Goleman auf die Öffentlichkeit
zu, und plötzlich war - als Alternative zum IQ und als Mittel gegen die
Kopflastigkeit unserer Schulen - ein sogenannter „EG" in aller Munde.
Allerdings wussten nur die wenigsten, dass die „Emotionale
Intelligenz" eigentlich nichts Neues ist, sondern die Zusammenführung
der beiden personalen Intelligenzen nach Gardner. Damit ist in der öffentlichen
Diskussion zweierlei falsch gelaufen: Erstens wurde der „EQ" gegen
den IQ ausgespielt, was auch aus der Sicht von Goleman völlig unsinnig ist,
und zweitens waren die musikalische und die körperlich-kinästhetische
Intelligenz - die beide starke emotionale Komponenten aufweisen, aber in der
„Emotionalen Intelligenz" glatt vergessen worden waren - zwischen
Stuhl und Bank gefallen.
„Die vergessene Intelligenz" möchte diesen
offensichtlichen Mangel beheben:
Das Buch geht aus vom Begriff der Intelligenz und seiner
Entwicklung, beschreibt die Gardner'schen Intelligenzen und die
„Emotionale Intelligenz" und widmet sich dann besonders der
musikalischen Intelligenz. Dabei werden die neuronalen Grundlagen des
menschlichen Geistes angesprochen und die neuesten einschlägigen
Forschungsresultate vorgestellt.
Dieses Buch will Mathematik, Naturwissenschaften und
Sprachen keineswegs aus der Schule verbannen und Musik nicht als
alleinseligmachendes Fach preisen. Es möchte aber mithelfen, dass die
Musik, die Bewegungskünste und die emotionalen (personalen) Intelligenzen
endlich im gleichen Masse einbezogen werden in ein Schulsystem, das allen
menschlichen Anlagen und Begabungen gerecht wird. Es richtet sich an
Lehrerinnen und Lehrer aller Stufen, an die Verantwortlichen in der
Bildungspolitik und an eine Öffentlichkeit, die sich für ein den ganzen
Menschen erfassendes Schulwesen interessiert.
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Pisa und was nun?
Das Buch gliedert sich in 6
Hauptkapitel:
Zunächst stelle ich das
Schulwesen als Patient vor, auch und vor allem aus der Sicht der
PISA-Studie, die in groben Zügen für die Länder Deutschland, Schweiz, Österreich
und Finnland analysiert wird. Ein Konsilium von Persönlichkeiten – die
sich in einem kurzen Text selber vorstellen – nimmt mit Kommentaren
Stellung zu einem Katalog von möglichen Therapie-Massnahmen.
Im zweiten Kapitel werden fünf
meiner Vorschläge näher betrachtet: Es geht um die Selektion (ein Krebsübel
des Schulwesens), um Klassen mit gemischten Jahrgängen (statt der reinen
Jahrgangsklassen), um ein Erziehungs-Training für Eltern, um die Pflege
kultureller Werte und um Musik in der Schule.
Das dritte Kapitel ist dem
Modell der multiplen Intelligenzen nach Howard Gardner gewidmet: Diese
sieben autonomen Intelligenzen umfassen neben der linguistischen, der
mathematisch-logischen und der räumlichen Intelligenz (auf welche die
IQ-Intelligenz eingeschränkt ist) auch die körperlich-kinästhetische, die
intrapersonale, die interpersonale und die musikalische Intelligenz.
Im vierten Kapitel gehe ich
auf die Musik und ihre Bedeutung für den Menschen und seine Entwicklung
ein. Die Schulversuche mit erweitertem Musikunterricht in der Schweiz 1988
bis 1991 und die daran anschliessenden in Berlin 1992 bis 1998 werden
beschrieben und ihre Aufsehen erregenden Ergebnisse vorgestellt. Weil die
beiden Studien die Ursachen für die Wirkungen von Musik nicht benennen,
werden Erklärungen zunächst in der Alltags-Erfahrung gesucht: Im Rhythmus,
den vielfältigen Beziehungen der Musik zu den Zahlen, der emotionalen Seite
der Musik, der gemeinschaftsbildenden Kompente des Singens, Musizierens und
Tanzens im Ensemble, dem Training von Gedächtnis, Konzentrationsfähigkeit
und des Intellekts beim spielerischen Erwerb und der Anwendung der
musikalischen Grundlagen.
Einen gewichtigen Schritt
weiter führen die Einblicke in Ergebnisse der neurologischen Forschung an
der Musik (die in ihren Anfängen in den Siebzigerjahren noch belächelt
wurde, heute aber zu einer wichtigen Disziplin geworden ist). Die daraus
sich ergebenden Vermutungen und Hinweise auf die Rolle der Musik bei der
Entwicklung der Intelligenz des Menschen führen zurück zu den sieben
Gardner’schen Intelligenzen und deren Beziehungen untereinander. Dabei
zeigt sich, dass die Musik ganz eindeutig eine zentrale Stellung einnimmt.
Das fünfte Kapitel weist in
die allgemeine Pädagogik und die aus den dargestellten Fakten sich
ergebenden Konsequenzen für die Lehrerbildung, dem eigentlichen Schlüssel
zum Bildungswesen.
Im letzten Kapitel skizziere
ich die Grundzüge eines Schulwesens, das die geschilderten Vorschläge
umsetzt. Die Musikerziehung hat darin gleiches Gewicht wie die Sprachen, die
Mathematik, die Naturwissenschaften und die bildende Kunst. Die Lehrkräfte
müssten ein künstlerisches Flair haben, die einzelnen Schulen würden zu
kleinen Kulturzentren, und die Eltern würden stärker – auch in die
erzieherische Verantwortung – einbezogen.
Illustrationen:
Regula Leupold hat den
Auftrag, für den Schutzumschlag eine Schulklasse zu zeichnen, die
musizierend den in Schieflage geratenen Turm von Pisa aufzurichten versucht,
zu einer herzerfrischenden Bildergeschichte mit sieben Persönlichkeiten
verschiedenen Alters und Charakters (und einer mitdenkenden Katze)
erweitert. Diese Geschichte – die Zeichnerin beschreibt sie auch mit
Worten – begleitet den Text mit einem stillen, augenzwinkernden Kommentar.
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Die
Mitte im Kreis der Intelligenzen
Dieses
Buch geht davon aus, dass die öffentlichen Schulen nicht mehr über alle
Zweifel erhaben sind. Es setzt sich auseinander mit der Intelligenz und dem
Gewicht ihrer Komponenten. Dabei ergibt sich beim Vergleich der
gegenseitigen Beziehungen unter den sieben Gardner’schen Intelligenzen,
dass die musikalische Intelligenz eine zentrale Rolle einnimmt, und dass die
Künste der Musik umso näher kommen, je höher sie entwickelt sind.
Diese
These erhärtet sich beim Nachdenken darüber, wie die Musik zum Menschen
kam und ihn möglicherweise erst zum denkenden und bewussten Wesen machte.
Auch die Betrachtungen zum heutigen Gehirn und die erstaunlichen
Informationen über die Hirnforschung weisen in die gleiche Richtung. Und
seit Jahrtausenden wird in Mythen und Märchen die Kraft der Musik besungen.
Nachdem
der Autor derart die Bedeutung der Musik dargelegt hat, kehrt er im letzten
Kapitel zurück zur Musikerziehung und zu den Kindern und ihren Eltern.
Dort, in den Familien, müsste mit Singen, Musizieren und Tanzen schon im
Kleinkinderalter begonnen werden, und im Kindergarten und der Schule müsste
ein sorgfältiger und kompetenter Musikunterricht erteilt werden. Dafür
braucht es den politischen Willen, die Lehrkräfte auch in diesem Fach gründlich
auszubilden und ihren Unterricht zu beaufsichtigen.
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Vom Ursprung der
Musik ..
Die Frage nach dem
Ursprung der Sprache hat die Menschheit seit Jahrtausenden beschäftigt,
ohne dass bisher eine einleuchtende Antwort gefunden worden wäre. Die
vorliegende Arbeit stellt eine interessante neue Theorie vor, die auch das
relativ plötzliche Wachstum des Gehirns beim homo habilis vor zwei
Millionen Jahren erklären könnte. Nach dieser Theorie hätten die ersten
Individuen der Gattung homo die Synchronisationsfähigkeit entdeckt und
entwickelt. Diese Fähigkeit ermöglichte das gemeinsame Singen, Tanzen und
Musizieren, und so könnten die ersten Laute, die Bausteine der Sprache,
erklungen sein.
Die
Sprache hätte sich demnach aus den gleichen Anfängen wie die Musik
entwickelt, und ebenso wäre auf dieser Grundlage das Bewusstsein
entstanden. Tatsächlich ist die Musik in allen Sprachen in Form der
Sprachmelodie, ihres Rhythmus, der Pausen und der Betonungen präsent, und
unsere Kinder erlernen die Sprache mit Hilfe der musikalischen Komponenten
der Musik.
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Gewaltprävention
durch Musikerziehung
März 2008, 28 Seiten
Der erschreckenden Zunahme der Gewalt, die von
Jugendlichen ausgeht, stehen die Experten und die Gesellschaft weitgehend
ratlos gegenüber. Dabei wurde vergessen, dass vor Jahren in einer grossen
Studie aufgezeigt wurde, dass es mit einer guten musikalischen Bildung in
den Schulen eine echte, wissenschaftlich nachgewiesene Prävention gibt. Die
Ursachen für die Gewalt liegen ja vor allem in der Kindheit, in Frustration
und Ausgrenzung, und in mangelnder sprachlicher Integration. Gemeinsames
Singen, Musizieren und Tanzen fördert das Gemeinschaftsgefühl und die
soziale Toleranz, weil dazu gegenseitige Achtsamkeit unerlässlich ist.
Der gegenwärtige Umbau unseres Bildungssystems bietet
die Chance für eine neue, angemessene Bewertung des Schulfaches Musik. Aber
es werden – im Bund und den Kantonen – grosse Anstrengungen nötig sein,
um die Kompetenzen der Lehrkräfte auf einen befriedigenden Stand zu
bringen.
Die Hinführung zum Singen und zur Musik kann nicht früh
genug erfolgen. Eine wunderbare Möglichkeit ist das Eltern-Kind-Singen.
Die
Broschüre ist im Buchhandel (CHF 7.-) erhältlich, sie kann aber auch über
ceterum-censeo@muri-be.ch
b
estellt werden.
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Eltern-Kind-Singen
Das Buch
enthält Beiträge von Heinrich Pestalozzi, der bereits vor fast zweihundert
Jahren die Bedeutung der Musik im Umgang mit den Kindern erk
ann
t hat, von
Isabella Steffen
-Meister, die zusammen mit ihrer Lehrmeisterin Zita Wyss als eigentliche
Pionierin das Eltern-Kind-Singen in der Schweiz entwickelt hat, von Helmut
Moog, der sich als erster mit dem Musikerleben des vorschulpflichtigen
Kindes befasst hat, von Hanuš Papoušek, dem – zusammen mit seiner Gattin
wohl renommiertesten Forscher auf dem Gebiet der frühen Kindheit, der
Neurologen Hellmuth Petsche und Lutz Jäncke, von Joachim Bauer, dem
Spezialisten für die vor kurzer Zeit entdeckten Spiegelneurone, von Karl
Adamek
, der sich einen Namen gemacht hat mit seinen Forschungen zum Singen als
Lebenshilfe und zum alltäglichen Singen. Es folgen ein Beitrag von Ernst
Waldemar Weber über den Ursprung der Sprache und den möglichen
Zusammenhang mit dem Ursprung der Musik und schliesslich als Stimmen aus der
Praxis Berichte von Margrit Vonaesch über Lektionen in Eltern-Kind-Singen
und der Hebamme Kristine Fischer vom Singen mit Schwangeren.
Klappentext:
In den
letzten Jahren ist sich die Öffentlichkeit mehr und mehr bewusst geworden,
dass die frühe Kindheit für das weitere Leben von entscheidender Bedeutung
ist, weil das Kind in den ersten Lebensjahren sehr rasch und sehr viel
lernt. Frühförderung ist angesagt, und besorgte Eltern fragen sich, was
sie tun müssen, um ihrem Kind den Weg zu ebnen. Der Markt bietet ihnen eine
Überfülle von Förderprogrammen und Lernspielzeugen an, und sogar
Erziehungsminister schalten sich ein und postulieren Sprachschulungen für
Dreijährige.
Doch
hier ist äusserste Vorsicht geboten – und eine Einmischung des Staates während
der ersten vier Lebensjahre sollte ohnehin gänzlich tabu sein. Natürlicherweise
verläuft die Sprachentwicklung über spielerische
Eltern-Kind-Interaktionen, und diese intuitive elterliche Früherziehung dürfte
auf keinen Fall gestört werden. Im Gegenteil: die Eltern müssten dazu
ermuntert werden, den genuinen erzieherischen Kompetenzen, die ihnen als
Eltern eines Kleinkindes auf rätselhafte Weise zufliessen, zu vertrauen und
sich auf das Spiel mit dem Kind einzulassen. Sie werden dabei eine
„positive Gegenseitigkeit“ mit dem Kind erfahren und so dessen
integrative und kommunikative Fähigkeiten entwickeln helfen.
Eine
wunderbare Möglichkeit dazu ist das Singen mit den Kindern. Es bietet sich
auch deshalb an, weil es die musikalischen Komponenten der Sprache sind
(Melodie, Rhythmus, Betonungen, Dynamik, Pausen) die es dem Kind erst ermöglichen,
die Sprache zu erlernen. Und vielleicht liegt darin der Grund, dass alle
Kinder das Singen mit den Eltern so heiss lieben.
Eltern,
die glauben, nicht singen zu können oder die keine geeigneten Lieder,
Verslein, Kniereiter, Trost- und Schlaflieder kennen, können das alles
erlernen im Eltern-Kind-Singen, das in nordischen Ländern schon länger, in
der Schweiz seit neun Jahren systematisch gepflegt wird. Eltern-Kind-Singen
darf nicht verwechselt werden mit Spielgruppen oder mit kommerziellen
Angeboten von Musikkonzernen (die dazu Schnellkurse für „Trainer“
anbieten): Es besteht in sorgfältig vorbereiteten Lektionen von sorgfältig
ausgebildeten Leiterinnen mit Live-Musik und eigenem Singen.
Dieses
Buch gibt nicht nur Einblicke in das Eltern-Kind-Singen, wie es in der
Schweiz mit zunehmendem Erfolg gepflegt wird, es erteilt das Wort auch
namhaften Forschern aus der Pädagogik, der Psychologie und den
Neurowissenschaften. Und über zwei Jahrhunderte hinweg erweist sich sogar
auch Heinrich Pestalozzi als engagierter Befürworter des
Eltern-Kind-Singens.
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Rezensionen
Schafft die Hauptfächer ab
NZZ
animato
Berner Schule
Stuttgarter Zeitung
Die vergessene Intelligenz
Musikzeitung
Pisa und was nun?
Musikzeitung
Berner Schule
SKMV
Bildung Schweiz
Die Mitte im Kreis der Intelligenzen ist
die Musik
Freunde von Hans Kayser
"Schafft die Hauptfächer ab".
Intelligenz durch musische Erziehung.
Ernst Waldemar Weber meint mit seinem zunächst
als Provokation wirkenden Buchtitel "Schafft die Hauptfächer ab"*
keineswegs, dass Rechnen, Sprache und naturwissenschaftliche Fächer nicht
mehr unterrichtet werden sollten; er will lediglich die Kunstfächer,
darunter besonders die Musik (Singen) und Tanzen den wissenschaftlichen Fächern
gegenüber gleichgestellt wissen, auch als Examensfächer. Das wird
von ihm überzeugend begründet, nicht zuletzt auf dem
statistisch-wissenschaftlichen Hintergrund der zunächst in Ungarn, dann in
Österreich, Bayern, Baden-Württemberg, Berlin und in der Schweiz durchgeführten
kontrollierten Schulversuche mit erweitertem Musikunterricht.
Der deutsche Forschungsdienst schrieb schon 1975:
"Kinder, die von der ersten Klasse an eine intensive Musikerziehung
geniessen, haben bei sonst gleichen Voraussetzungen ihren Altersgenossen
bald einiges voraus: Sie sind allgemein schöpferischer, intelligenter und
stabiler in ihrer Gefühlswelt." Der Autor hat selber als Lehrer solche
Klassen geleitet und ist heute als Koordinator eines entsprechenden
gesamtschweizerischen Schulversuchs in einer durch den Nationalfonds unterstützten,
wissenschaftlich überprüften Evaluation tätig, dessen Schlussbericht im
kommenden Sommer erwartet wird.
In Webers eigenen, sechs Jahre lang durchgeführten
Schulversuchen zeigte sich, dass Schüler, die wöchentlich fünf statt zwei
Lektionen Singen und Musik, dafür aber je eine Lektion Mathematik, Französisch
und Deutsch weniger erhielten, in diesen "Hauptfächern" nicht nur
nicht weniger leisteten, sondern im Durchschnitt die Schüler anderer
Klassen sogar übertrafen. In dieser Schrift wird versucht, dies überraschende
Resultat, das auch die genannten ausländischen Versuche bestätigen, nicht
nur gemeinhin mit Schulung der Konzentration, der Gedächtnisstärke und der
psychischen Ausgeglichenheit zu erklären, sondern vielmehr auch die
physiologischen HIntergründe im Lichte der jüngsten Ergebnisse der
Hirnforschung, der Erforschung der vernetzten Denkvorgänge und des
Erfassens fraktaler Strukturen, somit des kreativen Denkens, aufzudecken.
Die Split-Brain-Forschungen an separierten Hirnhemisphären bei
durchschnittenem Balken, durchgeführt an Epilepsiepatienten, haben die
unterschiedlichen Funktionen der beiden Hirnhälften klargelegt und gezeigt,
dass die linke Hälfte für Sprache und logisch-analytische
Verarbeitung von Umwelteindrücken zuständig ist, während die rechte für
ganzheitliches Erfassen von komplexen Zusammenhängen, für Formen, Farben
und Musik da ist. Beide Bereiche müssten aber für ein optimales
Funktionieren gleich gut geschult werden, und immer wieder wird in
der Literatur darauf hingewiesen, dass besonders die Musikausübung mit
ihrer komplexen Beanspruchung von Kopf, Herz und Hand, um mit Pestalozzi zu
reden, in dieser Hinsicht Wunder wirke: egal, ob es sich nun um das Spielen
eines Instruments oder um das den ganzen Körper zum Einsatz bringende
Singen handelt - es wird immer die ganze Gehirn- und Denkvernetzung in
Anspruch genommen.
Auch wenn in Webers engagierter Zusammenfassung der
Fakten die einleitenden Hinweise auf kosmisch-mythisch verstandene,
harmonikale Gesetze Zweifel an der wissenschaftlichen Beweiskraft aufkommen
lassen - die Folgerungen aus den rein wissenschaftlichen Erkenntnissen für
eine Schule ohne Selektionsprinzip und Prüfungen, in welcher der Schüler
auf Grund von Gesprächen mit den Lehrern selbst über seine Promotion
entscheiden soll, überzeugen durchaus durch die unvoreingenommene Logik.
Und auch die Hinweise, dass die Wirtschaft sich im mittleren und oberen
Kader immer mehr kreativ geschulte Kräfte wünscht, nachdem der Computer
die rein logischen Funktionen weitgehend übernommen hat, lassen eine
entsprechende Schulreform, die mutig angegangen werden müsste, als höchst
wünschbar erscheinen.
Fritz Muggler (Zürich). NZZ vom 16.1.92
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*Ernst W. Weber: Schafft die Hauptfächer ab. Zytglogge-Verlag,
Bern 1991.
Ernst Waldemar Weber: Schafft die Hauptfächer
ab! Plädoyer für eine Schule ohne Stress, Zytglogge, Bern 1991,
brochiert, 144 S.
Auf knapp 140 Seiten hat Ernst Waldemar Weber jene
Gedanken und Anliegen festgehalten, die ihn, den Berner Primar- und
Sekundarlehrer, seit Jahren bewegen und beschäftigen. Das gut lesbare
Taschenbuch geht in acht Kapiteln folgenden Themen nach: "Zaubermacht
Musik", "Die beiden Gehirne", "Über das Denken",
"Schon die alten Griechen", "Das einäugige
Bildungssystem", "Gibt es Alternativen?" sowie
"Lehrerbildung" und schliesst mit "Fröhliche Vision".
Das Spektrum ist sehr breit, Themenmaterial ist im Überfluss vorhanden. Das
Buch lebt von vielen Ansätzen zu interessanten, unkonventionellen Gedankengängen.
Weber zeigt auf unzählige wunde Punkte unseres schweizerischen
Ausbildungssystems, bringt dafür einleuchtende Beispiele, die nicht zuletzt
seinem pädagogischen Erfahrungswissen zu verdanken sind. Zur Untermauerung
bezieht er sich aufs pythagoräische Gedankengut der harmonikalen
Proportionen und, neben anderem, auf die amerikanische
"Split-Brain-Forschung". Es ist Webers Verdienst, all diese
theoretischen Grundlagen dem Leser eingänglich vorzulegen, allerdings gerät
er dadurch auch in die Gefahr der Pseudowissenschaftlichkeit. Würde man die
Formanalyse in Anlehnung an die Sonatenhauptsatzform machen, so hiesse das,
dass nach abgeschlossener Exposition mit einer Vielzahl von Themen und nach
einer nur in Andeutungen naiv-rudimentär gehaltenen Durchführung bald die
um eine visionäre Coda verlängerte, ebenso themenreiche Reprise folgt.
Zweifelsohne hat die Musik in der Erziehung einen
wichtigen Stellenwert, und man kann mit Erasmus von Rotterdam fest an die
Kraft der Musik als Mittel zur moralischen Besserung glauben und verlangen,
dass eine musikalische Kunst anzustreben sei, die das Gute der Gesellschaft
fördert. Unsere Lehrpläne weisen jeweils in den allgemeinen,
idealisierenden Einleitungen auch entsprechend darauf hin, doch die
Umsetzung in die Realität gibt diesem Aspekt, wenn überhaupt, nur wenig
Gewicht. Und gerade in diesem Punkt kann Webers Forderung, dass "über
die Selektion in Zukunft nicht mehr allein formallogische und rein rationale
Kriterien entscheiden" dürften, und dass es durchaus "eine Rolle
spielen" sollte, "ob jemand gut modellieren, Theater spielen, schön
singen und gut tanzen kann", nicht genug Nachdruck gegeben werden.
Esther Zumbrunn. Animato, 92/4:
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"Webers Buch vermag
auf überzeugende Art und Weise zu belegen, dass die musischen Fächer in
unseren Schulen mehr Raum erhalten müssen, damit die ganzheitliche Förderung
des Kindes endlich zum Tragen kommen könnte."
Berner Schule, 19.9.91
"... bleibt der Eindruck,
dass da jemand am Werk ist, der endlich begriffen hat und umsetzt, was wir
theoretisch doch längst wissen: welch hanebüchenen pädagogischen Irrweg
unsere Schulen seit langem gehen, die ihre Schüler einseitig auf rationale
Kenntnisvermittlung und Eignung für die wirtschaftlich orientierte
Leistungsgesellschaft trimmen. Gäbe es mehr Pädagogen vom Schlage Webers,
die Schule würde vermutlich Schülern wie Lehrern mehr Freude machen,
vielleicht sogar soviel wie in Webers letztem utopischen Kapitel, das eine
nach seinen Vorstellungen ideale Schule der Zukunft beschreibt." ad
Armin Ayren in der Stuttgarter Zeitung vom 13.12.91
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Ernst Waldemar Weber: Die
vergessene Intelligenz. Die Musik im Kreis der menschlichen
Anlagen. Zürich: Musikverlag Pan.
Der unermüdliche Pionier für erweiterten
Musikunterricht in der Schule und bessere Rahmenbedingungen für die
Musikerziehung in der Schweiz stellt auf diesen 132 Seiten dar, wie sich in
den letzten zehn Jahren der Begriff der Intelligenz aufgefächert hat,
nachdem Howard Gardner 1985 mit seinem Buch "Frames of Mind"
("Abschied vom IQ") den Stein weltweit ins Rollen gebracht hatte.
Neben den drei im herkömmlichen IQ enthaltenen
Intelligenzen für Sprache, Mathematik-Logik und Raumvorstellung bewies
Gardner die Existenz einer musikalischen, körperlich-kinästhetischen und
sozialen Intelligenz. Doch mit dem nach Daniel Golemans Bestsellertitel
"Emotionale Intelligenz" geprägten und heftig diskutierten
Begriff "EQ" - eine Zusammenfassung der zwei letzten Gardner'schen
Intelligenzen als Gegensatz zum herkömmlichen IQ -, drohte die musikalische
und die körperlich-kinästhetische Intelligenz zwischen Stuhl und Bank zu
fallen. Weber stellt diese beiden künstlerlischen Intelligenzen ins rechte
Licht, ja er kommt zum Schluss, dass die Musik-Intelligenz im Zentrum steht,
weil sie als Einzige zu allen sechs andern Intelligenzen wichtige
Beziehungen hat.
Die übersichtlich angeordneten Kapitel enthalten -
gestützt auf wissenschaftliche Erkenntnisse, die bis in die neueste
Hirnforschung reichen - Darstellungen der sieben Intelligenzen, erläutern
die Wechselwirkung zwischen Gesellschaft und Erziehung und - das ist der
wertvollste Teil - geben visionäre Vorschläge für eine Schule von morgen
mit allen Konsequenzen der Schulenorganisation, Fächeraufteilung,
Leistungsbeurteilung, Elternschulung, Lehrerausbildung ... Dies macht
Schrift zur Pflichtlektüre für alle Entscheidungsträger/innen des
Bildungswesens.
Aber auch für alle Erziehenden ist das Buch
empfehlenswert dank der vielen spannenden und anregenden - der Übersichtlichkeit
halber kursiv gedruckten - Geschichten und Aussagen des Autors, von
Forschern, Dichtern, Musikern, Lehrern und Schülern. Am Schluss des Buches
stehen die Quellenangaben als Hilfe und zur Vertiefung in die vielfältig
angeschnittenen Themen. Ein begeisterndes Buch.
Walter Amadeus Ammann. (Schweizer Musikzeitung Nr. 4 April 2000, Seite 40.
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Schweizer
Musikzeitung vom Dezember 2002:
Ernst
Waldemar Weber: PISA und was nun? Mit altersgemischten Klassen,
weniger, aber betreuten Hausaufgaben, Elternschulung und mit mehr Musik zu
einer besseren Bildung. Illustriert von Regula Leupold. Muri:
Ceterum censeo 2002. ISBN 3-0344-0166-3.
Mit
grosser Hartnäckigkeit verfolgt der Autor das Ziel, mehr und besseren
Musikunterricht in die Schulen zu bringen, weil er zusammen mit vielen
Forschern und Erziehenden überzeugt ist, dass tägliche musikalische Betätigung
in den Schulen Persönlichkeit und Leistung der Kinder und Ju- gendlichen
messbar fördert und das Klima in den Klassen entscheidend verbessert. Schon
ab 1972 in seiner eigenen Schulklasse, dann 1988 bis 1991 im Rahmen eines
Nationalfonds-Projekts hat er das beweisen können (darüber und auch über
die Schulversuche mit erweitertem Musikunterricht in Berlin 1992 bis 1998
berichtet er im neuen Buch). Weber war wesentlich beteiligt am Zustandekom-
men des Artikels zur Musikerziehung in der neuen Bundesverfassung und setzt
sich jetzt ein für ein entsprechendes schweizerisches Rahmengesetz.
Schon in
„Die vergessene Intelligenz“ hat der Autor dargestellt, wie die
menschliche Intelligenz aufgefächert wird, nämlich in mindestens sieben
selbstständige, aber miteinander vernetzte Intelligenzen. Durch diese neue
Sicht wird deutlich, über wie viele verschiedenartigste Kanäle erzogen
werden muss und welche zentrale Rolle dabei die mit allen andern vernetzte
musikalische Intelligenz spielt.
Die für
die deutschsprachigen Länder peinliche PISA-Studie über die nicht sehr
brillante Lesefähig- keit voll 15-Jährigen nimmt der Autor als Anlass, mit
neuen Erkenntnissen, vertieften Argumenten und noch dringenderen Forderungen
die Vision einer ganzheitlichen Erziehung und Schulung unserer Kin- der
darzustellen, die es nicht nur zustandebrächte, dass unsere Jugend besser
lesen könnte, sondern auch in vielen andern Sparten kompetenter würde. Er
geht dabei von der PISA-Studie selbst aus, in- dem er deren Ergebnisse bei
uns mit denen der gut abschneidenden Länder, v.a. Finnland, vergleicht und
untersucht, was von dort übernommen werden könnte.
Neben
den Hauptforderungen, wie sie im Untertitel stehen, werden die
organisatorische Struktur des Bildungswesens (u. a. auch die
kontraproduktive Selektion in den Schulen) und die im Argen liegende
Ausbildung der Lehrkräfte diskutiert („Lehrerinnen und Lehrer müssen
charismatische Persönlichkeiten werden und ein künstlerisches Flair
haben“). Mit vielen überzeugenden Beispielen aus Praxis und Forschung
wird dargestellt, wie viel wirkungsvoller dank der neuen Betrachtungsweisen
Erziehung vom Säugling bis zum adulten Menschen sein könnte. Dazu einige
Beispiele:
„Krippen
machen Kinder klug" (so wird die Schulreife vorbereitet, statt wie bei
uns abgewartet); „Schule muss endlich positiv erlebt werden, denn sonst
werden viele an der unabdingbaren Forde- rung nach Life long learning
zerbrechen“; Ein individualisiertes Testsystem mit Eintragungen in ein
persönliches Portofolio fördert die Eigenverantwortung der Lernenden. Im
Kapitel .Musik im Zentrum. Zeigt Weber auf, wie die Förderung der
musikalischen Intelligenz alle andern Intelligenzen weiterbrin- gen kann. So
werden Fremdsprachen, bildnerisches Gestalten, Musik, Tanz und Werken fächerüber-
greifend unterrichtet.
Die
Bewegungs- und Tanzpädagogin Regula Leupold begleitet mit der Geschichte
einer fiktiven Schulaufführung – illustriert mit doppelseitigen
Zeichnungen – auf einer mehr intuitiven Ebene (ganz im Sinne des Buches:
Alle Denksparten ansprechen!) die spannenden und wohlgeordneten Aus- führungen
des Autors.
Das
Buch verdiente es, unter einer breiten bildungspolitisch, pädagogisch und
musikalisch interes- sierten Leserschaft verbreitet und von ihr beherzigt zu
werden!
Walter
Amadeus Ammann
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PISA und was nun?
Berner Schule Januar 2003
Ernst Waldemar Weber, PISA und was nun: Mit altersgemischten Klassen,
weniger, aber betreuten Hausaufgaben, Elternschulung und mit mehr Musik zu
einer besseren Bildung ISBN 3-0344-0166-3. Verlag ceterum censeo, 140
Seiten. Fr. 29.-
Ein Beitrag zur besseren Bildung von Ernst Waldemar Weber, Muri bei Bern
Viele haben sich geäussert zur PISA-Studie, aber wahrscheinlich haben
sie nur wenige gelesen. Hier nun werden die wichtigsten Ergebnisse in der
Schweiz, in Deutschland und Österreich in knapper Form dargestellt, erläutert
und verglichen vor allem mit denjenigen aus Finnland. Und im Gegensatz zur
allgemeinen Ratlosigkeit scheut sich der Autor nicht, einen ganzen Katalog
von Massnahmen aufzulisten, die zu einer Verbesserung der Situation führen
könnten, und eine bernische Lehrerin, eine Philosophin und ein
Gymnasial-Rektor aus Wien nehmen dazu Stellung.
Auch wenn einige dieser Vorschläge keine Chance haben, jemals realisiert
zu werden, ist es doch gut, wenn sie zur Diskussion gestellt werden. Sollte
man z.B. (wie in Finnland) auf die Selektion verzichten, und sollten Eltern
verpflichtet werden, sich einem Elterntraining zu unterziehen, zumindest
dann, wenn ihre Sprösslinge den Unterricht stören? Auch das alte Postulat
aus seinem früheren Buch «Schafft die Hauptfächer ab!", die
Jahrgangsklassen durch altersheterogene Gruppen zu ersetzen, nimmt Weber
wieder auf.
Vor allem aber will das Buch die Bedeutung der Musik für den Menschen
und seine Entwicklung aufzeigen und – als Konsequenz – einen besseren
Musikunterricht in den Schulen fordern. Weber erinnert an seine
Schulversuche mit erweitertem Musikunterricht, zuerst in den 70er-Jahren an
den eigenen Klassen, dann von 1988 bis 1991 in einem Nationalfondsprojekt
mit 50 Klassen, und an die Bestätigung der Ergebnisse (vor allem höhere
Schulmotivation und bessere Sozialisation) durch die anschliessende Studie
in Berlin von 1992 bis 1998.
Zur Erklärung dieser Effekte zieht Weber zunächst Alltagserfahrungen
heran – die vielfältigen Beziehungen der Musik zu den Zahlen, die
emotionale Seite der Musik, die gemeinschaftsbildenden Komponenten des
Singens, Musizierens und Tanzens im Ensemble, das Training von Gedächtnis,
Konzentrationsfähigkeit und des Intellekts beim spielerischen Erwerb und
der Anwendung der musikalischen Grundlagen, den allgegenwärtigen Rhythmus.
Er gewährt auch interessante Einblicke in Ergebnisse der neurologischen
Forschung an der Musik und die daraus sich ergebenden Vermutungen und
Hinweise auf die Rolle der Musik bei der Entwicklung der Intelligenz
des Menschen. Eine Untersuchung der sieben Gardner’schen Intelligenzen auf
ihre Beziehungen untereinander führt den Autor zu einem verblüffend der
sieben Gardner'schen Intelligenzen auf ihre Beziehungen untereinander führt
den Autor zu einem verblüffend einfachen und einleuchtenden Modell der
Intelligenz, in dem die Musik ganz eindeutig eine zentrale SteIlung
einnimmt.
Schliesslich zieht Weber die Konsequenzen und stellt ein utopisches
Bildungswesen vor, in dem seine Ideen verwirklicht wären. Darin hätte die
Musikerziehung gleiches Gewicht wie die Sprachen, die Mathematik, die
Naturwissenschaften und die bildende Kunst. Die Lehrkräfte müssten ein künstlerisches
Flair haben, die einzelnen Schulen würden zu kleinen Kulturzentren. Und die
Eltern würden stärker – auch in die erzieherische Verantwortung –
einbezogen.
Das Buch ist – von den Fakten her – einigermassen anspruchsvoll. Aber
es ist flüssig zu lesen und enthält eingestreut erhellende oder
erheiternde Anekdoten. Kritisch muss bemerkt werden, dass der Autor einige
Texte aus seiner letzten Publikation «Die vergessene Intelligenz» übernommen
hat, was er allerdings offen legt. Zur Illustration hat Regula Leupold eine
lustige Bildergeschichte beigetragen von einer Schulklasse, die den Schiefen
Turm von Pisa aufzurichten versucht, was endlich durch Singen und Musizieren
gelingt.
Übrigens: Das Buch ist dem ehemaligen Leiter der Zentralstelle für
Lehrerinnen- und Lehrerbildung des Kantons Bern, Hans Rudolf
Lanker, gewidmet.
Sigi Amstutz, Turbach.
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Zeitschrift des Katholischen Kirchenmusik-Verbands
SKMV, Heft 2 März/April 2003:
Ernst Waldemar Weber: Pisa und was nun?
Mit altersgemischten Klassen, weniger, aber betreuten
Hausaufgaben, Elternschulung und mit mehr Musik zu einer besseren Bildung.
Der bekannte Pädagoge Ernst Waldemar Weber legt einen
brisanten Gesprächsbeitrag zu den notwendigen Reformen des Bildungswesens
vor, der für alle diejenigen von Interesse ist, welche sich für die
bildungspolitischen Weichenstellung mitverantwortlich wissen und die bereit
sind, sich mit unkonventionellen Reformideen auseinander zu setzen. Das Buch
beruht auf gründlichen Recherchen und jahrzehntelangen Praxiserfahrungen.
Ausgehend von einer Diagnostizierung des Schulwesens "als Patient"
werden in den folgenden Kapiteln Therapievorschläge vorgelegt. Aufgrund des
mehrdimensionalen Intelligenzbegriffs von Gardner (sprachlich-linguistische,
logisch-mathematische, räumliche, musikalische, körperlich-kinästhetische,
interpersonale und intrapersonale Intelligenz) macht Weber plausibel, dass
der Musik in der Allgemeinbildung und darum vorab in der Lehrerbildung eine
Schlüsselrolle zukommt. Das Buch schliesst mit der thesenartig
zusammengefassten Vision einer umfassenden Bildungsreform, worin der Musik
gebührende Aufmerksamkeit gewährt wird.
Hans-Jürg Stefan.
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BILDUNG SCHWEIZ 7/8 2005
Das etwas andere PISA-Buch
Mehr Bildungsmacht für die Musik fordert Ernst Waldemar Weber.
Er hat schon viel bewegt und ist mit 83 Jahren immer noch in Bewegung:
Ernst Waldemar Weber, Primar- und Sekundarlehrer, Sänger mit Lehrer- und
Konzertdiplom, Chorleiter und Organist, Lehrbeauftragter am Berner
Sekundarlehramt, Initiant der Schulversuche mit erweitertem Musikunterricht,
Leiter des Nationalfonds-Projekts «Bessere Bildung mit mehr Musik»,
Initiant und langjähriger Macher der Tanzinfo Bern, Mitbegründer des
Vereins EItern-Kind-Singen und mehrfacher Buchautor. Sein «PISA-Buch»
lohnt für Leserinnen und Leser, welche noch nicht ganz auf Tests in den «Hauptfächern»
als Patentlösung abgefahren sind.
Gesammelte „Therapie»-ldeen
Dieses Buch setzt bei der PISA 2000-Studie an, vergleicht dabei die Länder
Deutschland, Schweiz, Österreich und Finnland. Die Diagnose ortet die Schwächen
– die sich in etwa bei PISA 2003 bestätigt haben – und sammelt «Therapie»-ldeen.
Im zweiten Kapitel werden fünf dieser Vorschläge näher betrachtet: Es
geht um die Selektion ( «ein Krebsübel des Schulwesens»), um Klassen mit
gemischten Jahrgängen (statt der reinen Jahrgangsklassen), um ein
Erziehungs-Training für Eltern, um die Pflege kultureller Werte und um
Musik in der Schule.
Das dritte Kapitel ist dem Modell der multiplen Intelligenzen nach Howard
Gardner Gewidmet: Diese sieben autonomen Intelligenzen umfassen neben der
linguistischen, der mathematisch-logischen und der räumlichen Intelligenz
(auf welche die IQ-Intelligenz eingeschränkt ist) auch die körperlich-kinästhetische,
die intrapersonale, die interpersonale und die musikalische Intelligenz.
Musik und ihre Bedeutung
Das vierte Kapitel geht ein auf die Musik und ihre Bedeutung für den
Menschen und seine Entwicklung. Die Schulversuche mit erweitertem
Musikunterricht in der Schweiz 1988 bis 1991 und die daran anschliessenden
in Berlin 1992 bis 1998 werden beschrieben und ihre damals Aufsehen
erregenden Ergebnisse vorgestellt.
Weil die beiden Studien die Ursachen für die Wirkungen von Musik nicht
benennen, werden Erklärungen zunächst in der Alltagserfahrung gesucht: Im
Rhythmus, den vielfältigen Beziehungen der Musik zu den Zahlen, der
emotionalen Seite der Musik, der gemeinschaftsbildenden Komponente des
Singens, Musizierens und Tanzens im Ensemble, dem Training von Gedächtnis,
Konzentrationsfähigkeit und des Intellekts beim spielerischen Erwerb und
der Anwendung der musikalischen Grundlagen. Einen gewichtigen Schritt weiter
führen die Einblicke in Ergebnisse der neurologischen Forschung an der
Musik (die in ihren Anfängen in den Siebzigerjahren noch belächelt wurde,
heute aber zu einer wichtigen Disziplin geworden ist).
Die daraus sich ergebenden Vermutungen und Hinweise auf die Rolle der
Musik bei der Entwicklung der Intelligenz des Menschen führen zurück zu
den sieben Gardner'schen Intelligenzen und deren Beziehungen untereinander.
Dabei zeigt sich, so Weber, dass die Musik eine zentrale Stellung einnimmt.
Das fünfte Kapitel weist in die allgemeine Pädagogik und die aus den
dargestellten Fakten sich ergebenden Konsequenzen für die Lehrerbildung,
dem «eigentlichen Schlüssel zum Bildungswesen».
Schule als Kulturzentrum
Im letzten Kapitel werden die Grundzüge eines Schulwesens skizziert, das
die geschilderten Vorschläge umsetzen würde. Die Musikerziehung hätte
darin gleiches Gewicht wie die Sprachen, die Mathematik, die
Naturwissenschaften und die bildende Kunst.
Die Lehrkräfte müssten ein künstlerisches Flair haben, die einzelnen
Schulen würden zu kleinen Kulturzentren, und die Eltern würden stärker
– auch in die erzieherische Verantwortung – einbezogen. (ir)
Weiter im Text
Von E.W. Weber ist kürzlich gewissermassen das vertiefende
Nachfolge-Buch erschienen, welches vor allem die neueren neurologischen
Erkenntnisse zu den Wirkungen musikalischer Förderung auf die Entwicklung
junger Menschen beschreibt. Es heisst «Die Mitte im Kreis der Intelligenzen
ist die Musik» und ist ebenfalls bei oben stehender Adresse zu beziehen.
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Ernst Waldemar Weber:
Die Mitte im Kreis der Intelligenzen ist die Musik Muri,
Verlag ceterum censeo, 2005 , 114 S., Fr. 29.-
Der Name des Verlags ist zugleich Programm: Wie seinerzeit Cato der Ältere
unermüdlich an sein Anliegen erinnert hat, so tritt der Autor und Verleger
Ernst Waldemar Weber als hartnäckiger Mahner auf; sein Ziel ist 'eine
Aufwertung des Musischen und besonders des Faches Musik' (S. 106) im
schulischen Unterricht, denn 'Musik kann die Mühsal des Lernens mildern,
sie kann den Schulen die Lebenslust schenken, sie kann die Bildung
menschlich machen' (ebd.). Webers Engagement für einen erweiterten
Musikunterricht in der Schule geht auf Erfahrungen an Musik-Grundschulen
inUngarn zurück: Berichte darüber haben den Lehrer und Sänger,
Stimmbildner und Sprecherzieher, Chorleiter, Organist und Buchautor vor über
dreissig Jahren dazu angeregt, im Kanton Bern 'Pilotversuche mit erweitertem
Musikunterricht' (S. 5) durchzuführen; diese Versuche haben grosse
Beachtung gefunden, sind wissenschaftlich begleitet und ausgewertet worden
und schlussendlich im Strudel von Strukturänderungen, Sparmassnahmen und
Schulentwicklungsprojekten auf der Strecke geblieben. In seinem 1991
erschienenen Buch hat Ernst Waldemar Weber darum eindringlich, pointiert und
provokativ gefordert: 'Schafft die Hauptfächer ab!' Die Abschaffung der
Hauptfächer zugunsten einer Aufwertung des Musikunterrichts ist allerdings
nach wie vor Utopie, auch wenn inzwischen sowohl Ergebnisse der
Intelligenzforschung - etwa im Gefolge von Howard Gardner - wie auch
Erkenntnisse der Neuropsychologie -etwa bei Antonio R. Damasio -eine
deutliche Sprache sprechen und Webers Vision und Argumente durchaus unterstützen.
Unter diesen Voraussetzungen hat sich der Verfasser dazu entschieden, 'noch
einmal an die Öffentlichkeit zu treten' (S. 6) - als Rufer in der Wüste,
wie er selber schreibt, als Ceterum-censeo-Cato, wie der Verlagsname nahe
legt. Die Anfrage für eine Übersetzung eines seiner Werke ins Italienische
hat ihm dabei den willkommenen letzten Anstoss gegeben, sich nochmals zu
Wort zu melden. Entstanden ist ein kleines, gehaltvoIles, anregendes und
lesenswertes Buch über die Bedeutung und den Stellenwert der Musik im
Zusammenhang mit Bildung und Erziehung, mit Lehren und Lernen.
Bereits im Vorwort stellt der Autor enttäuscht und zugleich ernüchtert
fest, dass 'die Qualität des Musikunterrichts in den öffentlichen Schulen
weiter abnimmt' (ebd.) und 'die musikalische Komponente in der Lehrerbildung
massiv reduziert' (ebd.) worden ist. In den folgenden Kapiteln setzt sich
Ernst Waldemar Weber mit Howard Gardners Intelligenzmodell und weiteren
Theorien zu den Intelligenzen auseinander, in deren Mitte er die
musikalische Intelligenz ansiedelt: Evolutionsbiologische sowie
hirnphysiologische und neuropsychologische Studien werden im Hinblick auf
ihre Bedeutung für Erziehung und Bildung gesichtet und gewichtet; eine
Reihe von Anregungen und Schlussfolgerungen für die pädagogische Praxis
rufen abschliessend Absichten und Anliegen des Autors in Erinnerung: Alle
Kinder sollen eine musikalische Grundausbildung erhalten - in der Familie,
im Kindergarten und in der Schule; Lehrpersonen sollen so aus- und
weitergebildet werden, dass sie der Musik im Unterrichtsalltag einen
zentralen Platz einzuräumen vermögen, denn 'Musik kann Bildung menschlich
machen' (S. 106).
Ob der Rufer gehört wird? Ob die Mahnungen Beachtung finden? Wie heisst
doch der Verlagsname? Ceterum censeo...
PD Dr. Johannes Gruntz-Stoll
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Gewaltprävention
durch Musikerziehung
März 2008, 28 Seiten
Der erschreckenden Zunahme der Gewalt, die von
Jugendlichen ausgeht, stehen die Experten und die Gesellschaft weitgehend
ratlos gegenüber. Dabei wurde vergessen, dass vor Jahren in einer grossen
Studie aufgezeigt wurde, dass es mit einer guten musikalischen Bildung in
den Schulen eine echte, wissenschaftlich nachgewiesene Prävention gibt. Die
Ursachen für die Gewalt liegen ja vor allem in der Kindheit, in Frustration
und Ausgrenzung, und in mangelnder sprachlicher Integration. Gemeinsames
Singen, Musizieren und Tanzen fördert das Gemeinschaftsgefühl und die
soziale Toleranz, weil dazu gegenseitige Achtsamkeit unerlässlich ist.
Der gegenwärtige Umbau unseres Bildungssystems bietet
die Chance für eine neue, angemessene Bewertung des Schulfaches Musik. Aber
es werden – im Bund und den Kantonen – grosse Anstrengungen nötig sein,
um die Kompetenzen der Lehrkräfte auf einen befriedigenden Stand zu
bringen.
Die Hinführung zum Singen und zur Musik kann nicht früh
genug erfolgen. Eine wunderbare Möglichkeit ist das Eltern-Kind-Singen.
Die
Broschüre ist im Buchhandel (CHF 7.-) erhältlich, sie kann aber auch über
ceterum-censeo@muri-be.ch
b
estellt werden.
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Eltern-Kind-Singen
Das Buch
enthält Beiträge von Heinrich Pestalozzi, der bereits vor fast zweihundert
Jahren die Bedeutung der Musik im Umgang mit den Kindern erk
ann
t hat, von
Isabella Steffen
-Meister, die zusammen mit ihrer Lehrmeisterin Zita Wyss als eigentliche
Pionierin das Eltern-Kind-Singen in der Schweiz entwickelt hat, von Helmut
Moog, der sich als erster mit dem Musikerleben des vorschulpflichtigen
Kindes befasst hat, von Hanuš Papoušek, dem – zusammen mit seiner Gattin
wohl renommiertesten Forscher auf dem Gebiet der frühen Kindheit, der
Neurologen Hellmuth Petsche und Lutz Jäncke, von Joachim Bauer, dem
Spezialisten für die vor kurzer Zeit entdeckten Spiegelneurone, von Karl
Adamek
, der sich einen Namen gemacht hat mit seinen Forschungen zum Singen als
Lebenshilfe und zum alltäglichen Singen. Es folgen ein Beitrag von Ernst
Waldemar Weber über den Ursprung der Sprache und den möglichen
Zusammenhang mit dem Ursprung der Musik und schliesslich als Stimmen aus der
Praxis Berichte von Margrit Vonaesch über Lektionen in Eltern-Kind-Singen
und der Hebamme Kristine Fischer vom Singen mit Schwangeren.
Klappentext:
In den
letzten Jahren ist sich die Öffentlichkeit mehr und mehr bewusst geworden,
dass die frühe Kindheit für das weitere Leben von entscheidender Bedeutung
ist, weil das Kind in den ersten Lebensjahren sehr rasch und sehr viel
lernt. Frühförderung ist angesagt, und besorgte Eltern fragen sich, was
sie tun müssen, um ihrem Kind den Weg zu ebnen. Der Markt bietet ihnen eine
Überfülle von Förderprogrammen und Lernspielzeugen an, und sogar
Erziehungsminister schalten sich ein und postulieren Sprachschulungen für
Dreijährige.
Doch
hier ist äusserste Vorsicht geboten – und eine Einmischung des Staates während
der ersten vier Lebensjahre sollte ohnehin gänzlich tabu sein. Natürlicherweise
verläuft die Sprachentwicklung über spielerische
Eltern-Kind-Interaktionen, und diese intuitive elterliche Früherziehung dürfte
auf keinen Fall gestört werden. Im Gegenteil: die Eltern müssten dazu
ermuntert werden, den genuinen erzieherischen Kompetenzen, die ihnen als
Eltern eines Kleinkindes auf rätselhafte Weise zufliessen, zu vertrauen und
sich auf das Spiel mit dem Kind einzulassen. Sie werden dabei eine
„positive Gegenseitigkeit“ mit dem Kind erfahren und so dessen
integrative und kommunikative Fähigkeiten entwickeln helfen.
Eine
wunderbare Möglichkeit dazu ist das Singen mit den Kindern. Es bietet sich
auch deshalb an, weil es die musikalischen Komponenten der Sprache sind
(Melodie, Rhythmus, Betonungen, Dynamik, Pausen) die es dem Kind erst ermöglichen,
die Sprache zu erlernen. Und vielleicht liegt darin der Grund, dass alle
Kinder das Singen mit den Eltern so heiss lieben.
Eltern,
die glauben, nicht singen zu können oder die keine geeigneten Lieder,
Verslein, Kniereiter, Trost- und Schlaflieder kennen, können das alles
erlernen im Eltern-Kind-Singen, das in nordischen Ländern schon länger, in
der Schweiz seit neun Jahren systematisch gepflegt wird. Eltern-Kind-Singen
darf nicht verwechselt werden mit Spielgruppen oder mit kommerziellen
Angeboten von Musikkonzernen (die dazu Schnellkurse für „Trainer“
anbieten): Es besteht in sorgfältig vorbereiteten Lektionen von sorgfältig
ausgebildeten Leiterinnen mit Live-Musik und eigenem Singen.
Dieses
Buch gibt nicht nur Einblicke in das Eltern-Kind-Singen, wie es in der
Schweiz mit zunehmendem Erfolg gepflegt wird, es erteilt das Wort auch
namhaften Forschern aus der Pädagogik, der Psychologie und den
Neurowissenschaften. Und über zwei Jahrhunderte hinweg erweist sich sogar
auch Heinrich Pestalozzi als engagierter Befürworter des
Eltern-Kind-Singens.
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Was ist mit unserem Boden? Muri,
ceterum censeo, 2010, 60 Seiten Fr. 12.70 |