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Lehrerbildung           

Lehrerbildungsgesetz von 1995

Votum an der Hauptversammlung der Ehemaligen des Seminars Bern-Hofwil vom Dezember 1995

 

Im Kanton Bern gab es im Jahr 1995 ein neues Gesetz über die Lehrerbildung. In der ersten Lesung war für die Zulassung zur Lehrerbildung lediglich eine Maturität vorgesehen, gemäss den "Empfehlungen zur Lehrerbildung und zu den pädagogischen Hochschulen" der EDK von 1995. Nach diesen Empfehlungen, die praktisch einem Bundesgesetz gleichkommen, genügt für die Aufnahme in eine PH ein Maturitätszeugnis, das heisst, es müssen für Kindergarten, Unter- und Mittelstufe (wo alle Fächer, also auch Musik kompetent zu unterrichten ist) auch Leute ausgebildet werden, die keine Beziehung zur Musik haben und vielleicht nicht einmal singen können.

Ich wandte mich an die SP-Grossrätin Stoffer aus Biglen, und sie brachte in die zweite Lesung meine For-mulierung mit der einschränkenden Bestimmung "Die Ausbildung von Lehrkräften für die unter Art. 1 Absatz 2 Buchstaben a und b genannten Stufen (Unterstufe und Mittelstufe Primarschule) setzt überdies Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten in Musik sowie in zeichnerisch/bildnerischem Gestalten und Werken voraus" ein. Dank der Unterstützung durch die Kreise um die Musikschulen, die gleichzeitig eine Besserstellung ihrer Lehrkräfte im Feuer hatten, wurde der Artikel 5 in der veränderten Fassung knapp angenommen.

Der Artikel wurde aber leider nie umgesetzt, weil sich der Erziehungsdirektor Annoni öffentlich widersetzte. Das Lehrerbildungsgesetz wurde übrigens bereits nach wenigen Jahren ersetzt durch das Gesetz über die Pädagogische Hochschule, und dort  wird auf die musische Ausbildung der künftigen Lehrkräfte kein Wert mehr gelegt. Ein Maturitätszeugnis genügt für die Zulassung. Annoni ist für diese Entwicklung verantwortlich. Trotzdem ist er nun noch die Treppe hinaufgestolpert und Direktor der Pro Helvetia geworden.

Hier ein Auszug aus dem Gesetz über die Lehrerinnen- und Lehrerbildung (LLBG) vom 9. Mai 1995:

II Zulassung

Art. 5 1Die Zulassung zur Lehrerinnen- und Lehrerausbildung setzt eine breite Allgemeinbildung voraus. Die Ausbildung von Lehrkräften für die unter Art. 1 Absatz 2 Buchstaben a und b genannten Stufen (Unterstufe und Mittelstufe Primarschule) setzt überdies Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten in Musik sowie in zeichnerisch/bildnerischem Gestalten und Werken voraus.

2 Die Allgemeinbildung wird erworben

a in Ausbildungsgängen, die über eine kantonal oder gesamtschweizerisch anerkannte Maturität zu einem Hochschulzugang führen oder

b in der Berufsbildung, anschliessender Berufspraxis und durch allgemeinbildende Ergänzungsangebote.

3 Das Nähere regelt der Regierungsrat durch Verordnung.   

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Votum an der Hauptversammlung der Ehemaligen Schüler des Staatsseminars Hofwil-Bern

 Zum Jahresbricht möcht i no öppis ergänze, u zwar geits um üse Bytrag zum neue Lehrerbildigs-gsetz. Das Gsetz isch im Mai 95 verabschiedet worde; es het d Vereinigung jahrelang beschäftiget, ganz im Sinn vo däm schöne Gotthelf-Wort, wo überem hürige Jahresbricht steit.

Änds 1988 isch dGsamtkonzeption Lehrerbildung GKL id Vernähmlassig cho, dVereinigung het sech intensiv drmit usenandergsetzt u am 17. Mai 1989 uf zwone A4-Syte en usführliche Antwort ygreicht.  Dert scho hei mir druf higwyse, dass dür ne sogenannti breiti Allgemeinbildig, wi sen es Gymnasium vermittlet, musischi Fähigkeite, wi sen e Kindergärtnere un e Primarlehrer unbedingt bruche, nid gwährleischtet sy, u dass drum für dUfnahm i dLehrerbildig entsprächendi Bedingige nötig wäre.

Am 5. Dezämber 1991 hei mer inereYgab üsi Vorschleg zum Lehrerbildungsgsetz ygschickt. O dert hei mer i di glychi Kerbe ghoue, u mir hei zum Byspil vorgschlage, dass Gymnasiaste, wo ne Lehrbruef asträbe, sötte chönne Zeichne u Musik als Maturafach belege. Leider sy üsi Vorschläg nid berücksichtiget u vilicht nid emal zur Kenntnis gno worde: im Vernähmlassigsbricht sy si nid erwähnt.

Drum hei mer du i dr Vernähmlassig zum Gsetzesentwurf am 10. Novämber 1993, dasmal im Rahme vo der Dachorganisation KODE no einisch gründlech, uf vier Syte, Stellig gno, u mir hei sogar e Formulierig vorgschlage für e Artikel über dZuelassig zur Lehrerusbildig. Wider isch nüt gsy: im Jänner 95 het dr Grossrat ds Lehrerbildigsgsetz ohni e settigi Yschränkig i dr erschte Läsig agnoh. Jitz hätt also ä Maturandin oder ä Maturand chönne Chindergärtnere oder Primarlehrer wärde, o we si oder är e kei Ton hätte chönne singe oder ke aständige Strich zeichne.

Aber i dr zwöite Läsig am 9. Mai 1995 isch du uf Atrag vo der Frou Stoffer-Fankhauser mit 72 zu 67 Stimme gäge Wille vom Erziehigsdiräkter genau die Formulierig agnoh worde, wo mir hei vorgschlage gha. Si lutet:

Die Zulassung zur Lehrerinnen- und Lehrerausbildung setzt eine breite Allgemeinbildung voraus. Die Ausbildung von Lehrkräften für die unter Artikel 1 Absatz 2 Buchstaben a und b genannten Stufen (Unterstufe und Mittelstufe Primarschule) setzt ausserdem Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten in Musik sowie in zeichnerisch/bildnerischem Gestalten und Werken voraus.

Dä Artikel isch vo grundsätzlicher Bedütig. Är het Uswürkige nid nume uf dGymnasie und uf di ehemalige Seminar, sondern ou gsamtschwyzerisch, wes jitz drum geit, innert zäh Jahr der Beschluss vo der EDK umzsetze, d Lehrerusbildig i der ganze Schwyz uf ds tertiäre Modäll umzstelle.

Üsi Vereinigung het drmit e große Erfolg errunge. Si het zeigt, dass me se nach wi vor sött ärnscht näh.

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